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Mittwoch, 13. Januar 2010
Rückkehr der Kinder in Aussicht - Lichterkette für Angela Holzinger
Von familielauke, 20:33

LUCKENWALDE - Medienrummel gestern Nachmittag vor dem Kreishaus in Luckenwalde: Mit einer Mahnwache und Lichterkette verlieh Angela Holzinger aus Wünsdorf ihrer Forderung Nachdruck, ihre drei jüngsten Kinder zurückzubekommen. Die sechsfache Mutter hatte wegen einer Krebserkrankung drei ihrer Kinder vorübergehend freiwillig in die Obhut des Jugendamtes gegeben. Seit fast drei Jahren bemüht sie sich vergeblich, sie aus den Pflegefamilien zurückzubekommen. Rund 20 Sympathisanten, Freunde und Bekannte unterstützten sie gestern mit Kerzen und Plakaten.

Trotz aller Ängste und Sorgen zeigte sich Angela Holzinger erleichtert: „Das Jugendamt hat mir heute mitgeteilt, dass die beiden älteren Kinder noch heute aus der Pflegefamilie herauskommen und in einer therapeutischen Einrichtung untergebracht werden. Meine jüngste Tochter soll bald zu mir nach Hause.“ Über den Potsdamer Betreuungshilfeverein sollen die Kinder wieder mit der Mutter zusammengeführt werden, so wie es Angela Holzinger und ihre Anwältin Annett Hein seit Wochen fordern. Angela Holzinger hat außerdem Aussicht auf eine Kur gemeinsam mit den drei Kindern.

„Wir freuen uns natürlich, dass es heute so eine Wendung gegeben hat“, sagte Anwältin Annett Hein. „Frau Holzinger wird in den nächsten Wochen aber noch viel Kraft brauchen.“ Die schöpfte sie gestern bereits aus der Unterstützung, die ihr von Sympathisanten zuteil wurde. Viola Fechner, die die Initiative „Betroffene Eltern“ gegründet hatte, und Fatima Lewandowski waren eigens aus Berlin angereist. „Frau Holzinger ist kein Einzelfall. Wenn man im Würgegriff des Jugendamtes ist, kann es jedem so ergehen“, sagte Viola Fechner, die selbst betroffen ist.

Bettina Kratz ist eine ehemalige Mitschülerin von Angela Holzinger. „Wir haben sie für ein Klassentreffen gesucht, sind auf den MAZ-Artikel gestoßen und waren entsetzt über ihr Schicksal“, sagte sie und reihte sich in die Lichterkette ein.

Landrat Peer Giesecke war gegenüber der MAZ erstmals zu einem Statement bereit: „Die Pflegefamilie hat uns heute mitgeteilt, dass sie dem öffentlichen Druck nicht mehr stand hält und die Kinder anders untergebracht werden sollen. Das ist ein Beispiel, wie öffentlicher Druck negativ gegen sachliche Entscheidungen eingesetzt wird. Ich bin schockiert, was hier abläuft.“ Das Jugendamt werde entsprechend einem in Auftrag gegebenen Gutachten mit der Mutter eine Lösung suchen. „Das geht nicht von heute auf morgen.“ (Von Elinor Wenke)

Quelle : maerkischeallgemeine.de

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